Antwort vom 31. August 2009
Gutes Benehmen bei Tisch wichtig
Also, mir ist es schon wichtig, dass meine Kinder einigermaßen gute Tischmanieren haben. Mit der Umsetzung haperts trotzdem immer noch und immer wieder. Ich finde, die Mahlzeiten sollen Spaß machen, die Ermahnungen sollen nicht überhand nehmen. So ist es ist immer wieder eine Gratwanderung, ein entspanntes Tischgespräch hinzubekommen und trotzdem permanent an all die lästigen Kleinigkeiten erinnern zu müssen: Grade sitzen, die Beine unter den Tisch (Kniee werden gerne angezogen), Hand neben den Teller legen bzw. mit Messer und Gabel essen, nicht schmatzen, nicht schlürfen, Gabel oder Löffel wieder aus dem Mund ziehen und nicht darauf rumkauen oder an die Zähne stoßen, die Liste ist lang.
Ich finde es auch wichtig, zu erklären, warum Tischmanieren wichtig sind: Man hat es damit leichter im Leben, andere laden einen gerne wieder ein, wenn man sich bei Tisch benehmen kann. Manchmal witzeln wir auch herum, dass einem keiner zuschauen möchte, wenn man nicht schön ißt - es ist immer ein großer Lacher, wenn ich mal so esse, wie sie, wenn sich nicht dran denken. Zur Abwechslung haben wir auch ein Gericht, das heißt lauwarmer Rittersalat (Blumenkohl gewendet in viel gehackter Petersilie und geröstetem Sesam, Parmesan und Olivenöl), den darf man so schrecklich und wild und schmatzend essen, wie man will. Der Kontrast macht den Kindern Spaß.
Neulich haben wir auch darüber geredet, dass frühere Generationen noch viel strenger erzogen wurden und ich hab erzählt, dass meine Mutter sich als Kind mal beim Essen Bücher unter die Arme klemmen musste - das wollten sie natürlich gleich ausprobieren.
Ansonsten gibt es bei uns die Regeln, dass man erst anfängt, wenn alle sitzen was auf dem Teller haben. Dann gibt es einen "Kochspruch" oder zumindest ein guten Appetit. Wer zuerst fertig ist, soll sitzen bleiben, bis die anderen fertig sind. Wenn die Kinder allerdings längst fertig sind und die Erwachsenen noch weiteressen, dürfen sie auch aufstehen. Vor dem Essen wird die Serviette auf den Schoss gelegt, nach dem Essen rollt jeder seine Serviette, was allerdings für den grade 4-jährigen noch nicht so einfach ist und auch oft nicht klappt.
Weitere Regeln sind, dass man aufessen und austrinken soll, was man sich selber aufgetan/eingeschenkt hat, dass man aber auch mal nicht mehr können darf, wenn einem ein anderer gegeben hat. Ausserdem soll von allem einmal probiert werden, auch wenns nur ein winziges Stück ist. Auch, wenn es etwas schonmal gab und nicht gemocht wurde - denn es schmeckt ja doch jedesmal anders..
Tja, es ist ein langer Weg. Ich bin gespannt, was Ihr anderen so erzählt! giu