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Schulprobleme - evtl. hochbegabt?


Frage vom 14. November 2007
Unser Sohn (6) wurde im August als Kann-Kind ohne jede Zweifel eingeschult. Er galt bis dahin als intelligenter, wißbegieriger, höflicher Junge. Auffällig war, dass er sich lieber mit Erwachsenen unterhielt als mit Kindern seines Alters zu spielen. Generell interessieren ihn mehr die Themen Erwachsener als Kinderspielzeug. Alle die ihn kennen wissen, dass er einem echte Löcher in den Bauch fragt... Hochbegabt im klassischen Sinne ist er jedenfalls nicht. Er konnte vor der Einschulung weder Lesen noch Schreiben oder Rechnen. Bereits eine Woche nach Einschulung riet uns die Lehrerin max doch lieber in eine Vorschule zu geben. Er schaue nur aus dem Fenster und fühle sich überhaupt nicht angesprochen. Mittlerweile ist es so, dass Max zwar alles kann dies aber nur zeigt, wenn er will - und das ist leider selten. Er bearbeitet eine Aufgabe fehlerfrei an der Tafel und das dazugehörige Arbeitsblatt, eine Minute später, behauptet er nicht zu können. Er zeigt überhaupt keine Motivation den Schulstoff zu lernen. Die Lehrerin muß ihn ständig auffordern zu arbeiten, sich hinzusetzen und nicht zu stören. Wenn er richtig motiviert ist (wenn er später fernsehen darf oder ähnliches), macht er die Dinge schnell und richtig. Fehlt aber eine solche Motivation kann eine Seite zur Qual werden und endlose Minuten dauern. Obwohl Max sehr nett ist fällt es ihm schwer ein adäquates kindliches Verhalten an den Tag zu legen, so dass die Kinder in seiner Klasse ihn schneiden. Er ist sehr um sie bemüht, sie wollen aber nicht mit ihm spielen, ohne dies begründen zu können. Was auch merkwürdig ist: Max ist überhaupt nicht stolz auf Dinge die er gut macht. Ein anspruchsvolles Goethe-Gedicht, dass er in kürzester Zeit auswendig gelernt und auf einem Stadtfest vorgetragen hatte, lies ihn gänzlich kalt. Alle lobten ihn dafür, er blieb gleichgültig. So ist das auch mit Lob in der Schule, den er vergißt uns mitzuteilen.Das Heft, in dem Super! drinsteht, bleibt zwei Tage unter der Schulbank liegen... Und auch früher schon war er weder stolz darauf als erster in seiner Kindergartengruppe das Seepferdchen zu haben, noch ein großes Fahrrad fahren zu können, o.ä. Hat jemand irgend einen Rat für uns? Sollen wir ihn wirklich in die Vorschule versetzen? Die Lehrerin hat nur müde gelächelt als ich das Thema Hochbegabung ansprach, aber hier finde ich meinen Sohn - trotz aller Verhaltensauffälligkeiten - derzeit am ehesten wieder. Viele Grüße Mamimax
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9 Antworten

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Antwort vom 14. November 2007

Vielleicht...

...ist dein Sohntatsächlich gelangweilt vom Schulalltag und kann sich mit den Kindern der Klasse nicht identifizieren....Damit du ihm auch helfen kannst,würde ich die Sache nicht auf sich beruhen lassen.Geh zum Kinderpschologen und mach einen IQ Test.Schaden kann es auf keinen Fall!Und du kannst deinen Sohn besser verstehen und unterstützen.Alles Liebe Katja
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Mein Avatarkathrin
Antwort vom 14. November 2007

Vertrau auf Deine Intuition!

Liebe Mamimax, da es in unseren Schulen leider selten ohne Zertifikate geht und Lehrer häufig meinen, alles besser zu wissen, empfehle ich Dir dringend, zu einer Beratungsstelle für Hochbegabung zu gehen. Es gibt in Deutschland einige sehr gute Einrichtungen, zum Beispiel die Hochbegabtenförderung e.v. mit Sitzen in Berlin und Bochum, außerdem gibt es ein sehr renommiertes Institut in Münster, das Internationale Centrum für Begabungsforschung (ICBF). Es ist der Universität Münster angeschlossen. Beide findest Du leicht im internet. Ich weiß nicht, was für Dich gut zu erreichen ist. Im ICBF kannst Du testen lassen, die Hochbegabtenförderung e.V. arbeitet mir Psychologen zusammen, die testen, und kann Dir sicher einen in Deiner Nähe empfehlen. Unter Umständen übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten für den Test. Folgendes solltest Du noch wissen: - Es gibt Fälle, in denen Kinder sich sehr viel von der Schule erhofft und erwartet haben und dann bitter enttäuscht feststellen müssen, dass dort auch nur mit Wasser gekocht wird und sie dort nicht plötzlich ein tolles neues Leben voller interessanter Lernmöglichkeiten haben. Das ist für sie total demotivierend, und viele reagieren mit Lern- bzw. Schulverweigerung. - Es gibt viele Kinder, die hochbegabt sind, aber vor der Schule noch nicht lesen und schreiben können. Jedes Kind ist anders. Vielleicht hat Dein Sohn auch schon mehr gekonnt, als er gezeigt hat. - Viele Kinder, die erheblich mehr können als andere, zeigen das nicht, um von den anderen Kindern nicht abgelehnt zu werden. Wenn ein Kind anders ist, ist es ja in der Regel erstmal suspekt. Hochbegabte Kinder haben häufig extrem feine Sensoren und merken schnell, was die Gruppe will. Daher wäre es nicht unwahrscheinlich, dass Max absichtlich seine sehr guten Leistungen unter den Tisch fallen lässt. Eins ist klar: Er hat begriffen, dass er mit seinem Potenzial in der Schule nicht weiterkommt. Das einzige, was ihm das bringt, sind Langeweile und Ablehnung. Daher zieht er sich zurück. - Für Euch als Eltern ist wichtig, dass Ihr Max nicht durch Stigmatisierung in eine Außenseiterrolle schiebt, sondern ihm versucht zu helfen, mit seinen tollen Fähigkeiten ein glückliches Kind zu werden. Dazu gehört, dass er seinen Fähigkeiten entsprechend gefordert und gefördert wird; dazu gehört aber auch, dass er bei Euch so sein darf, wie er ist. Er scheint etwas von seinem Selbstbewusstsein verloren zu haben, und das müsst Ihr ihm wiedergeben. Aber nicht nur, indem Ihr ihm sagt, dass er ein super Schüler ist (das weiß er ja), sondern, indem Ihr ihm zeigt, dass Ihr ihn liebhabt. Und: indem Ihr ihn "normal" behandelt. Er muss lernen, dass man in unserer Gesellschaft Hausaufgaben machen muss und bestimmte Leistungen bzw. Erwartungen erfüllen muss, sonst hat man auf Dauer große Schwierigkeiten im Leben. Nur wenige Menschen putzen gerne das Bad... - Ich würde ihm außerdem einen Sport oder das Lernen einen Musikinstrumentes anbieten, wo er vielleicht auf andere Kinder trifft als in der Schule. Evtl. sogar in einem Nachbarort. Alles Gute, jetzt ist es noch nicht zu spät!
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Antwort vom 15. November 2007

Danke für Eure schnelle Antwort!

Liebe Katja, liebe Kathrin, es hat mich sehr gefreut von Euch so schnell eine Antwort erhalten zu haben. Es tut richtig gut, sich mit jemandem auszutauschen der nicht gerade mittendrin steckt. Ich werde Eure Ratschläge auf jeden Fall befolgen und Maximilian testen lassen. Es wird nur sicherlich eine gewissen Zeit dauern, bis ich einen Termin bekomme. Die Entscheidung, ob wir ihn in die Vorschule versetzen, muß allerdings bald fallen. Mal sehen - danke in jedem Fall für Eure Unterstützung! Viele Grüße Tina (Mamimax)
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Mein Avatarkathrin
Antwort vom 15. November 2007

Bitte nicht in die Vorschule...

...bevor Du nicht hast testen lassen. Es klingt wirklich so, als wäre Max dort noch mehr unterfordert! Sicher bekommst Du einen Notfalltermin beim Psychologen, aber unbedingt bei einem, der sich auf Hochbegabung spezialisiert hat!! Es gibt nichts Schlimmeres, als jetzt mit dem Kind alles mögliche "zu versuchen". Es wird evtl. nur noch frustrierter und schwieriger werden. Ich hab in der Hochbegabtenförderung gearbeitet und weiß, wie Kinder leiden, wenn sie immer nur Außenseiter sind, ständig unterfordert werden und die Lehrer sie nicht ernst nehmen.
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Antwort vom 15. November 2007

Versuche vorher noch einen Termin zu bekommen!

Hallo Kathrin, danke für Deine Antwort. Weißt Du es fällt uns schwer Max wirklich als hochbegabt anzusehen. Er wirkt manchmal eher wie das ganze Gegenteil. Hast Du noch weitere Erfahrungen damit? Wie schon gesagt, Lesen, Schreiben und Rechnen muß er sich erst jetzt aneigenen. Manchmal klappt das erstaunlich schnell, manchmal aber auch erschreckend schleppend. Von logischem Sachverstand oder bereits vorhandenem Wissen ist da keine Spur. Es sind vielmehr andere Dinge, die uns auf eine eventuelle Hochbegabung gebracht haben. Eben die Sache mit dem Gedicht. Dann hat er einmal unser gesammtes Obergeschoß verkabelt mit vier Walki-Talkis und in eine Arztpraxis verwandelt. Er hatte dann mehrere Behandlungszimmer und ein Wartezimmer aus dem er uns über seine Gegensprechanlage aufrufen konnte. Klever, was? Außerdem hat er ein unglaubliches Gedächtnis. Er erinnert sich an die kleinesten Details aus Zeiten, die selbst für uns schon eine Ewigkeit her sind, und setzt sie mit Gegenwärtigem in Verbindung. Ist er wirklich hochbegabt und resultieren daher all unsere Probleme oder ist es etwas anderes? Ich versuche ihn so schnell wie möglich testen zu lassen. Liebe Grüße Tina (Mamimax)
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Mein Avatarkathrin
Antwort vom 15. November 2007

Kinder sind unterschiedlich!

Hallo Tina, ich kenne einige hochbegabte Kinder, die vor der Schule nicht lesen, schreiben und rechnen konnten. Oft beruhen solche Erwartungen auf Klischees. Die Kinder müssen ja auch Zugang zu entsprechenden Lernmöglichkeiten haben. Und manchmal zeigen sie eben auch nicht alles, was sie können. Ein Indiz für eine besondere Begabung ist, wenn Kinder sich an extrem frühe Situationen (3 Jahre und jünger) erinnern. Wie dieses gibt es aber so viele weitere. Dein Kleiner scheint definitiv nicht doof zu sein, wenn ich lese, dass er mit sechs Jahren eine Walkie-Talkie-Anlage baut oder Goethe auswendig lernt. Und dass er nicht schnell zu lernen scheint, muss nicht heißen, dass er es nicht tut. Vielleicht ist er nicht mehr so motiviert, weil er von der Schule so enttäuscht ist. Wenn es drauf ankommt, kann er ja, wie Du oben schreibst. Ich kann Dir wirklich nur dringend raten, Dich an eine Beratungsstelle zu wenden. Ruf z.B. mal im ICBF an: Ansprechpartnerin: Inga Liebert-Cop, Dipl. Psych., Dipl. Päd. Telefonsprechstunde: freitags 9.00-12.00 (morgen zum Beispiel!), Telefon: 0251-8329307. Wenn Dir der Weg nach Münster zu weit ist, kann sie Dir sicher einen Tipp geben, wo Du hinfahren kannst. Du musst allerdings hartnäckig sein, da ist oft besetzt. Alles Gute! Kathrin
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Antwort vom 16. November 2007

Danke Kathrin!

Liebe Kathrin, danke für deine aufbauenden Worte und guten Tipps! Ich freue mich jedesmal von Dir zu hören! Ich werde gleich ´mal versuchen Frau Liebert-Cop zu erreichen. Gestern kam max nach Hause und sagte er sei in Mathe und Deutsch der erste gewesen (aber du weißt schon wie er es sagte, so ganz nebenbei und ohne großartig stolz darauf zu sein). ob es stimmt weiß ich nicht, aber seit dem Wochenende wirkt er wirklich auch schulisch interessiert. Er versucht Zeitung zu lesen und Briefe zu schreiben. Die Rektorin wollte heute eigentlich zwischen acht und neun mit mir Telefonieren und mir Ihren Eindruck schildern (sie hatte in der Klasse hospitiert) aber wie zu erwarten war, hat sie es wohl vergessen. Am kommenden Mittwoch habe ich mit Max einen Termin bei einem Kinderpsychologen in Limburg, der sich auch mit HB auskennt. Liebe Grüße Tina
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iStock_000004774008XSmall.jpgachim
Antwort vom 29. November 2007

Hmmm

Also bei deinem Sohn scheint zumindest eine Lernblockade vorzuliegen. Wichtig wäre es den Grund hierfür herauszufinden. Vielleicht ist es gar nicht so sehr die Hochbegabung, die deinen Sohn dazu bringt, gelangweilt zu sein und Leistung zu verweigern. Manchmal liegt der Grund auch wo anders: Z.B. könnte es sein, dass er mit der Lehrerin ein Problem hat. Vielleicht hat sie irgendwann etwas zu ihm gesagt, was er sich sehr zu Herzen genommen hat. Oder er fühlt sich in der Schule sehr unwohl, weil ihn die Mitschüler nicht mögen. Vielleicht hat er zu Beginn der Shcule einmal etwas sehr intelligentes gesagt oder gemacht, woraufhin er gehänselt wurde. Deshalb stellt er sich jetzt vielleicht absichtlich dumm, weil er Leistung mit schlechten Erfahrungen verbindet?Du solltest auf jeden Fall einen Experten zu rate ziehen. Vielleicht findest Du auch in folgendem Artikel etwas, was Dir hilft. Dort geht es um Lernblockaden bei Kindern: http://www.familie.de
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Antwort vom 29. November 2007

Danke Gerdine!

Hallo Gerdine, danke für Deine Informationen! Ich werde ihnen in jedem Fall nachgehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass unser Sohn ein Problem mit der Lehrerin gehabt hat, ohne ihr einen Vorwurf machen zu wollen. Maximilian ist gewohnt von Erwachsenen gerecht und aufmerksam behandelt zu werden. Manchmal geht das in der Schule eben nicht. Da Max sehr sensibel diesbezüglich ist, versteht er manche Äußerungen oder Verhaltensweisen vielleicht oft dramatischer als sie gedacht waren. Das Problem ist nur, dass man es nicht genau weiß und in der Schule auch nicht dabei ist. Liebe Grüße Mamimax
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