Antwort vom 9. Oktober 2009
Fast Weltanschauung
Möchte mich auch nochmal zu diesem Thema melden, weil es sich um ein sehr mit Ängsten und Emotionen besetztes Sujet handelt, wobei es keine klaren Grenzen gibt -denn jedes Gummibärchen, jeder Schokoriegel, Kartoffelchips, Eiscreme usw sind ja auch hochverarbeitete Lebensmittel und nehmen somit auf der Gesund-ungesund-Skala den selben Stellenwert ein wie TK-Pizza, Tütensuppe usw.
Wir haben im Freundeskreis Bio-Fanatiker und Mc-Donald's-Junkies, ich kann nicht behaupten, daß die einen gesündere Kinder hätten als die anderen, es spielen ja mehrere Faktoren rein...
Ich denke, grundsätzlich ist den meisten klar, das ein Lebensmittel mit jedem Verarbeitungsprozeß Vitamine, Nährstoffe etc etc einbüßt und jeder zugesetzte Stoff zusätzliche Risiken mit sich bringt.
Aber wir bauen zum Großteil nunmal nicht unser eigenes Gemüse an und ich finde es zwar irgendwie bewundernswert, aber für mich persönlich viel zu anstrengend, wenn jemand es schafft, konsequent auf alles "Raffinierte" zu verzichten. Ich halte es für unmöglich, die Kinder von Süßkram, Fischstäbchen, Eis oder Salzstangen komplett fernzuhalten. Kekse kann ich auch nicht das ganze Jahr über selber backen.
Ich finde es sehr wichtig, qualitativ hochwertige, möglichst Bio-Produkte zu kaufen, wann immer es geht, frisch zu kochen und ansonsten kein Magengeschwür zu bekommen, wenn die Kinder mal was ungesundes verspeisen, denn sooooo schlimm ist es halt auch wieder nicht.
Die Großstadtluft, Autofahren und Bewegungsmangel sind ja auch schädlich für uns und unsere Umwelt. Aber fast keiner hat die Zeit und das Geld, sich immer allem und jedem gegenüber optimal zu verhalten. Ich finde, keiner sollte andere verurteilen, weil sie ungesund essen- Aufklärung ist nötig aber dann muß jeder selbst entscheiden dürfen, ohne Seitenblicke zu ernten.