Antwort vom 3. September 2008
Liebe Karina,
Liebe Karina,
ich kann mich den vorherigen Antworten nur anschliessen und finde es super, dass Ihr durch den Spielnachmittag in der Krippe die Möglichkeit hattet, sowohl die Erzieherinnen als auch die Räumlichkeiten bereits vor der eigentlichen Eingewöhnungsphase kennenzulernen. Und wie auch Katili bin ich der Meinung, dass es schade wäre, wenn Ihr diese Erfahrungen jetzt nicht "nutzen" würdet. Ich kann Deine Ängste und Sorgen aber sehr gut verstehen, denn vor einem Jahr hatten wir bei unserem älteren Sohn eine ähnliche Situation (er war damals auch 2,5 Jahre alt) und v.a. erkenne ich mich sehr in Deinen Sorgen wieder; nicht umsonst habe ich (und nicht mein Sohn) fast 10 Tage gebraucht, um ihn in der Krippe "alleine" zu lassen. Ich dachte natürlich, dass er diese lange Eingewöhnungszeit bräuchte, weil auch er mich (ähnlich wie Euer Sohn) nicht aus den Augen ließ, solange ich dort war und auch kein Interesse daran hatte, sich auf die Gruppe oder das Spielen einzulassen, wenn ich nicht auch mitgemacht habe. Und genau an diesem Punkt habe ich dann angefangen darüber nachzudenken, ob ich es ihm nicht eher schwerer mache, wenn ich noch länger dableibe. In Absprache mit den Erzieherinnen (die vermutlich schon befürchtet hatten, ich würde die gesamte Krippenzeit zusammen mit meinem Sohn verbringen wollen) haben wir dann einen Tag vereinbart, an dem ich für einige Zeit "verschwinden" sollte. Unserem Sohn habe ich an dem besagten Tag gesagt, dass ich gleich weggehen würde, weil ich kurz einkaufen o.ä. müßte, dass ich ihn aber bald wieder abholen würde. Natürlich hat er beim ersten Mal geweint (der Trennungsschmerz bleibt manchmal auch noch eine Weile erhalten), hat sich aber, ähnlich wie Katilis Tochter, ganz schnell ablenken und trösten lassen, sobald ich weg war. Am nächsten Tag hat er mich zwar rel. ängstlich gefragt, ob ich wieder weggehen müßte, hat aber nicht geweint, als ich dann gegangen bin und hat von da an angefangen, sich in die Gruppe zu integrieren, weil er vermutlich nicht ständig mit der Sorge beschäftigt war, ob ich weggehen würde oder nicht (denn die Kinder sehen ja selbst, dass bei den anderen Kindern die Mütter (früher oder später) auch weggehen). Geholfen hat ihm in der Zeit immer wieder die Bestätigung von mir und den Erzieherinnen, dass ich ihn ganz bestimmt abholen werde (und nachdem er sich von der Wahrheit der Aussage überzeugt hatte, war das Dableiben in der Krippe für ihn kein Thema mehr). Mittlerweile geht er die zweite Woche in den Kindergarten und ich bin wieder die ersten Tage dabeigeblieben (und habe in der Zeit fast die gleichen Erfahrungen wie damals gemacht, nur dass ich dieses Mal seine Kompetenz schneller erkannt habe, als das letzte Mal!!!). In diesem Sinne wünsche ich Dir gute Nerven, denn die Kleinen können schon empfindlich auf die Tränendrüse drücken und das eigene schlechte Gewissen wunderbar aktivieren; meist sind sie aber viel weiter, als wir denken und manches Mal auch im "Abnabelungsprozess" weiter, als wir Erwachsenen es sind....
Liebe Grüße und alles Gute,
Snjezana