Antwort vom 4. Februar 2010
Schon Kleinkindern das Aufräumen selbstverständlich machen
Hi emmi,
bei meinem Sohn hatte ich richtiges Glück: Mit einem Jahr kam er zu einer Tagesmutter, die ihm das Aufräumen mit viel Liebe, sanftem Druck und Selbstverständlichkeit nachhaltig beigebracht hat - in einem Stadium, in dem ich noch eher geneigt war, "die paar Sachen" schnell hinter ihm herzuräumen. Für ihn ist seitdem das Aufräumen selbstverständlich, in der Kita wie zu Hause. Klar hat er manchmal keine Lust, aber er lässt sich immer überzeugen. Manchmal, wenn er besonders wenig Lust hat, helfe ich ihm, dann macht er mit.
Ich finde es wichtig, dass abends aufgeräumt wird, besonders außerhalb des Kinderzimmers. Klar steht immer das Bobbycar in der Ecke und die kleine Kiste mit den Tierchen neben dem CD-Player, der zurzeit rauf und runter "Hör mal im Zoo" spielt. Und selbstverständlich dürfen tolle Holzeisenbahnparcours oder sensationelle Legobauten auch mal stehenbleiben (spätestens die Putzfrau kennt dann allerdings kein Erbarmen, daran haben wir uns gewöhnt, und das ist ja vielleicht auch ganz gut), aber sonst wird zwischendurch und besonders abends immer aufgeräumt. Auch z.B., bevor ein neues Spiel beginnt. Ich mag z.B. abends auf dem Sofa das Gefühl, dass unser Wohnzimmer, unser Schlafzimmer etc. nicht nur Kinderspielzimmer, sondern auch immer noch Wohnraum für Erwachsene sind. Natürlich sieht jeder schon im Eingang an der Kindergarderobe und an Peters kleinem Fahrrad, dass hier ein Kind wohnt, aber ich kann besser entspannen, wenn ich nicht ständig auf Legosteine trete.
Jetzt ist Peter erst fast 3, und ich bin gespannt, was ich sage, wenn er in der Schule ist. Ich weiß auch von meinen Geschwistern und mir, wie unterschiedlich Kinder im Aufräumverhalten sein können. Ich find's auch wichtig, dass sich Kinder richtig austoben können - nach einem ausgiebigen Legonachmittag liegt bei uns das Lego auch wirklich überall. Aber ich glaube, wenn man konsequent und mit vielen Ritualen darauf achtet, dass Kinder IMMER auch wieder aufräumen (zumindest alles, was herrenlos herumliegt, und möglichst strukturiert - Lego in die Legokiste usw.), kann man schon einiges erreichen. Ich weiß natürlich auch, dass Kinder gegen Abend richtig müde sind, aber Zähneputzen müssen sie ja auch trotzdem.
Ich wünsche Dir viel Überzeugungsglück!
LG Kathrin